Kniegelenksarthrose

Beschreibung

Durch den komplexen Aufbau und die hohe biomechanische Beanspruchung ist die Abnützung des Gelenkknorpels im Kniegelenk ein häufiges Krankheitsbild.

 

Symptome

Die klassischen Symptome beginnen mit einem Anlauf- und Belastungsschmerz. Bei fortschreitender Arthrose kann es zu Bewegungseinschränkung kommen. 

 

Ursachen

Meist tritt die Kniegelenksarthrose altersbedingt auf. Eine Beinachsenfehlstellung, eine Kreuzbandruptur oder ein Meniskusriss können das Entstehen einer Arthrose beschleunigen.

 

Therapieoptionen und Nachbehandlung

 

Der totale Kniegelenksersatz ist eine erfolgreiche Operation,

aber nicht für jeden Patienten die beste Therapie!

 

Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist eine exakte klinische Untersuchung und Anamneseerhebung, um die Ursache der Abnützung herauszufinden. Nach der Ursache richtet sich auch die Therapie.

So kann zum Beispiel bei Achsfehlstellungen der Beine, eine spezielle Schuheinlage mit zusätzlicher Physiotherapie erfolgreich sein. Bei Arthrosen gibt es eine Vielzahl von nicht-operativen Behandlungen, wie zum Beispiel gezielte Physiotherapie, Sport (Radfahren, Schwimmen), Injektionen ins Kniegelenk mit knorpelaufbauenden Substanzen, körpereigenen Stammzellen oder schmerzstillenden Medikamenten.

Wenn konservative Therapien keinen Erfolg mehr bringen, bei komplettem Verschleiß des Gelenkknorpels oder ausgeprägten O-oder X-Bein Fehlstellungen kann eine Operation die einzig sinnvolle Therapie sein.

 

• Knienahe Achskorrektur (Umstellungsoperation)

Bei schweren O- oder X-Bein Fehlstellungen mit nicht zu stark abgenütztem Gelenkknorpel kann durch eine Umstellungsoperation mit einer Geradestellung der Beinachse ein Fortschreiten der Arthrose verhindert werden. Vorteil dieser Methode ist der komplette Erhalt des eigenen Kniegelenks. Bei gut gestellter Indikation kann mit dieser Methode Schmerzfreiheit über Jahrzehnte erzielt werden und somit ein Gelenkersatz mit einer Endoprothese vermieden oder über Jahrzehnte hinausgezögert werden.

Nach einer Umstellungsoperation ist eine Teilbelastung möglich.

Nach ca. 4 Wochen kann das Bein voll belastet werden.

Der stationäre Aufenthalt beträgt 4-7 Tage. 

 

 


 Knieteilendoprothese

Wenn nur ein Teil des Kniegelenks abgenützt ist, kann durch einen Teilersatz Schmerzfreiheit erreicht werden. Der große Vorteil dieser Methode ist der Erhalt der Kreuzbänder, sowie ein deutlich beschleunigter Heilungsverlauf im Vergleich zu einer Knietotalendoprothese.

 

Nach der Operation kann sofort voll belastet werden mit 2 Stützkrücken für 4 Wochen. Der stationäre Aufenthalt beträgt 4-7 Tage.


 Knietotalendoprothese

Betrifft die Arthrose alle Anteile des Kniegelenks, kann nur noch durch einen totalen Gelenksersatz Schmerzfreiheit erreicht werden. Dabei wird der gesamte abgenützte Knorpel möglichst knochenschonend entfernt und mit einer künstlichen metallischen Oberfläche aus Titan, Chrom, Cobalt oder Molybdän ersetzt. Bei Patienten mit einer Nickelallergie werden spezielle Implantate aus hypoallergenen Materialien verwendet. Zwischen den beiden metallischen Oberflächen am Oberschenkel- und Unterschenkelknochen dient ein hochvernetzter Kunststoff (Polyethylen) als Gleitfläche. Normalerweise werden die stabilisierenden Seitenbänder erhalten.

Bei schweren Fehlstellungen mit defekten Seitenbändern kann eine achsgeführte Prothese notwendig sein um ein stabile Kniegelenksfunktion zu erreichen.

 

Nach der Operation ist gewöhnlich eine vollbelastende Mobilisierung mit 2 Stützkrücken für 6 Wochen vorgesehen. Der stationäre Aufenthalt beträgt 7-12 Tage.