Probleme mit Hüftprothesen

Beschreibung

In der Regel sind Patienten nach Erhalt einer Hüftendoprothese zufrieden.

Aufgrund des zunehmenden Alters der Patienten und der steigenden Zahl an eingesetzten Hüftprothesen in den letzten Jahrzehnten, steigt die Zahl an Patienten mit schmerzhaften Hüftprothesen leider kontinuierlich.

 

Symptome

Meist klagen Patienten über Schmerzen in der Leistenregion oder im körpernahen Oberschenkelbereich.

 

Ursachen

Hier muss zwischen Früh- und Spätkomplikationen unterschieden werden.

Die häufigste Frühkomplikation (im ersten Jahr) ist die Luxation (Ausrenken) des Hüftgelenks.

Häufigster Grund für ein spätes Versagen (bis zu Jahrzehnte nach Implantation) ist die Prothesenlockerung.

Selten kann es auch zu Knochenbrüchen und Infektionen kommen.

 

Therapie

Die genaue Abklärung und Erfahrung des behandelnden Arztes ist bei diesen oft komplexen Fällen entscheidend.

Eine einmalige Luxation kann meistens ohne Operation wieder eingerenkt werden. Bei wiederkehrenden Luxationen ist eine genaue Abklärung notwendig.

Bei Implantatlockerung muss das Implantat gewechselt werden. 

Bei Protheseninfektionen ist in der Regel ein Wechsel des Implantates notwendig.

Bei schweren Infektionen kann der Ausbau des Implantates für 3-6 Wochen notwendig sein. Statt der Prothese wird für diesen Zeitraum ein Platzhalter aus antibiotikabeladenem Zement mit hohen lokalen Antibiotikakonzentrationen implantiert.

Als zertifizierter Endoprothesenchirurg und stellvertretender Leiter des Infektionsboards nimmt die Behandlung von Protheseninfektionen einen besonderen Stellenwert meines täglichen Handelns ein.

 

Nachbehandlung und Spitalsaufenthalt

Die postoperative Mobilisierung richtet sich nach der Schwere der Operation. Bei guter knöcherner Verankerung des neuen Implantates ist eine sofortige Mobilisierung möglich. Der stationäre Aufenthalt beträgt zwischen einer und mehrerer Wochen (meist bei chronischen Infekten). Im Anschluss an eine Wechseloperation ist eine stationäre Rehabilitation anzuraten.